Archiv für den Monat: Juni 2015

2. Zustandsbeschreibung 2012

2.1 Öffentlicher Tenor, Ufer und Gewässersohle

Die Bezirksregierung Arnsberg stuft aktuell den Salzbach in die Gewässergüte II – III ein . Er gilt damit als kritisch belastet.8

Die Ufer des Salzbachs sind über weite Strecken mit Steinen befestigt. Nur zwischen der Kortemühle und der Mündung in die Ahse bestehen die Ufer aus steilen Lehmwänden. Das Ufer ist mit Bäumen, Sträuchern und Gras bewachsen. Die Sohle des Baches ist nahe der Quelle des Salzbaches und der Mündung in die Ahse zwischen ca. 0,5 m und 5m breit. Je nach Gefälle des Baches ist sie mit Kies, Sand oder Schlamm bedeckt. Die Wassertiefe von der Quelle bis zur Mündung in die Ahse  variiert bei normalem Wasserstand zwischen 20 cm und 2 m.

2.2 Muscheln…Beschreibung, Bezeichnungen und Fundorte

Nachdem ich eine tote Muschel am Ufer des Salzbaches gefunden hatte, ging es los, den Bach nach Muscheln abzusuchen, ich fing am Altarm in Scheidingen an und ging in Richtung Quelle. Auf den ersten 100 m reichten Gummistiefel, doch dann musste eine Anglerhose her, die Muscheln lassen sich fast nur erkennen, wenn man im Bach direkt über ihnen steht, weil sie meistens halb im Untergrund eingegraben sind. In dieser Stellung filtern sie Nahrung aus dem Wasser. Ich fand immer mehr tote Muscheln und Muschelschalen, doch nach 250 m entdeckte ich die erste lebende Bachmuschel von ca. 6 cm Größe. Je näher ich der Mündung des Mühlenbaches kam, desto mehr lebende und tote Muscheln fand ich. Die größte Muschelschale war 14 cm groß. Ich hatte mittlerweile 5 Stellen mit ein oder mehreren Muscheln gefunden, als ich die Mühlenbachmündung erreichte. Weiter Richtung Werl, bis zur Quelle, blieb die Suche erfolglos. Für mich war klar, die Muscheln kommen aus dem Mühlenbach, aus Neugier suchte ich den Mühlenbach ebenfalls ab, auch dort waren viele Muscheln zu finden. Als der Uffelbach in den Mühlenbach mündete, gab es keine weiteren Funde mehr, also durchstreifte ich noch den Uffelbach und fand eine Muschelbank mit ca. 10 großen lebenden Muscheln in der Größe von 6 cm – 17 cm. Es handelte sich um Teich – und Malermuscheln. Nun ging es von der Kläranlage in Scheidingen Richtung Altarm, ich fand auf einer Länge von 700 m viele Schalen und vier lebende Bachmuscheln, darunter eine junge Muschel, die nur ca. 2 cm groß war. Von der Mersch bis zur Kläranlage konnte ich nur mehrere tote Muscheln finden, teilweise war der Bach für mich zu tief, ich konnte ihn nicht genau absuchen. Vor Kortemühle gab es noch einen Lebendfund, bis zu Ahse habe ich dann keine weiteren Großmuscheln gefunden. Der Bach war zum größten Teil nicht mehr begehbar, da er über 2 m tief war, ich konnte nicht einmal zum Ufer hinunter klettern, da die Uferböschung steil ( 2 m – 2.50 m) abfiel. Insgesamt habe ich 8 weit auseinander liegende Stellen mit Bachmuscheln gefunden und mehrere Stellen mit Teich, Maler – und Flussmuscheln. Zusätzlich noch 2 Stellen mit Bachmuscheln und viele Stellen mit anderen Muscheln im Mühlenbach. Anhand von Bildern im Internet konnte ich die Muscheln nicht eindeutig zuordnen, also rief ich Frau Dr. Förster im Landesinstitut für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW an. Sie war sehr interessiert an meinen Funden und identifizierte die Muscheln. Mitarbeiter des Landesinstitutes waren überrascht, da der Salzbach der am längsten und am meisten verschmutzte Bach im Bezirk war. Außer den Muscheln und Schnecken entdeckte ich noch viele Fische und auch Bisamratten.

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Teich- und Malermuscheln

 

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Tote Teichmuschel 14 cm
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Teich- und Bachmuschel
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Teichmuschel

 

Lateinischer Name Deutscher Name Gewässergüte Rote Liste NRW
Unio pictorum Malermuschel II Gefährdet
Anodonta cygnea Große Teichmuschel / Schwanenmuschel II Stark gefährdet
Unio crassus Bachmuschel I -II Vom Aussterben bedroht
Anodonta anatina Gemeine Teichmuschel II Vorwarnliste
Unio tumidus Große Flussmuschel I – II Gefährdet
Pisidium pulchellum Erbsenmuschel II Keine Angaben
Sphaerium rivicola Fluss- Kugelmuschel II Gefährdet

 

GPS-Daten
Muschelarten Salzbach Nord Ost
Teichmuscheln / Malermuschel 51,603781 7,936767
Bachmuschel / Teichmuschel 51,603623 7,937020
Teichmuschel 51,603360 7,937057
Teichmuschel / Flussmuschel 51,603194 7,937080
Teichmuschel / Malermuschel 51,603119 7,937271
Bachmuschel / Teichmuscheln 51,596379 7,935649
Bachmuschel 51,594945 7,935836
Bachmuschel / Teichmuschel 51,591432 7,938591
Bachmuschel / Teichmuschel 51,591373 7,928445
Bachmuschel 51,595653 7,935753
Bachmuschel Teichmuschel 51,595670 7,936262

2.3 Sediment-und Wasserproben

Bild18Sedimente sind Ablagerungen im Boden. In diesen Ablagerungen wollte ich nachsehen, welche Muscheln und Schnecken im Salzbach vorhanden sind. Ich wählte drei Stellen aus, vorm alten Lauf in Scheidingen, vor der Kläranlage in Scheidingen und bei der Kortemühle. Ich entnahm jeweils zwei Kilogramm Proben vom Boden des Baches. Die Proben bestanden aus Erde , Sand und Kies. Ich trocknete die Masse und untersuchte sie auf Muscheln, Schnecken und was ich sonst noch finden konnte.

4Kugelmuschel           1,2cm 11Tellerschnecke           0,3cm
8  Bachflohkrebs        0,6cm 1Kugelmuschel         0,8cm
Bild19Strudelwurm              1,4cm eeKugelmuschel            0,5cm
Muscheln und Schnecken in den Proben
Lateinischer Name Deutscher Name Gewässergüte-klasse Rote Liste NRW
Ancylus fluviatilis Flussnapfschnecke II Keine Gefährdung
Planorbarius corneus Posthornschnecke II Keine Angaben
Planorbidae Tellerschnecke II Keine Gefährdung
Anisus vorticulus Zierliche Tellerschnecke II – III Vom Aussterben bedroht
Gammarus fossarum Bachflohkrebs II Keine Gefährdung

Dann untersuchte ich auf die gleiche Art einen Bohrkern.  Beim Vergleich stellte  ich fest, alle Kleinmuscheln-  und Schneckenarten waren auch im Bohrkern enthalten.

Bild21Ich habe 12 Wasserproben entnommen und die Daten ausgewertet. Die Tabelle ist im Anhang zu finden. Zunächst aber noch einige Erläuterungen zur Klarheit:

PH Wert

Mit dem pHWert wird der Säuregehalt von Flüssigkeiten angegeben. Er ist der wichtigste Wert um die Qualität des Wassers zu bestimmen.

Sauerstoffgehalt

Die meisten Lebewesen im Wasser benötigen Sauerstoff, der Sauerstoffgehalt ist temperaturabhängig. Durch die  prozentuale Sauerstoffsättigung des Wassers kann die Güteklasse bestimmt werden. Man nimmt eine Probe, misst die Werte, stellt dann das Wasser in einer geschlossenen Flasche im Dunkeln bei 20 Grad fünf Tage lang hin. Nun misst man erneut. Durch den mg/l Wert kann nun die Güteklasse bestimmt werden.

 Leitfähigkeit

Mit der Leitfähigkeit kann die Menge des Salzgehaltes bestimmt werden.

Nitrat

Nitrat  ist eine wertvolle Sauerstoffquelle im Wasser. Bei zu viel Nitrat im Wasser droht Fischsterben und Algenwachstum.

Phosphat

Phosphate sind die Hauptnährstoffe der Algen. Der Grenzwert für Phosphat liegt bei 0,03 mg/l.

Ein geringer Anstieg kann schon übermäßiges Algenwachstum mit sich bringen.

Ammonium

Ammonium kann durch Düngemittel und auch durch Oberflächenwasser in das Gewässer kommen.

Chlorid

In der Werler Region gibt es durch geologische Tatsachen (s.o.) erhöhte Chlorid-Gehalte in Quellen und Bächen. Über Streusalz oder Industrieabwässer kann zusätzlich Chlorid in das Wasser kommen, bei hoher Chlorid-Belastung können nur noch Salzwasserarten leben. Das Wasser des Salzbaches ist bei normalem Wasserstand fast überall klar. Nur in der Mersch hinter Scheidingen ist es trüb. Dort ist auch die einzige Stelle, wo viel Müll (Blumentöpfe, Papier, Flaschen, Autostoßstangen…) zu finden ist. Das Wasser hat überall einen leichten Geruch. Die Messwerte, die ich mit chemischen Schnelltests und dem Kombi-Messgerät PCE-PHD 1 ermittelt habe, sind in der Tabelle im Anhang aufgelistet. Die Konzentrationen der Schwermetalle Eisen, Kupfer, Nickel, Kobalt und Zink sowie auch von Arsen lagen unterhalb der Nachweisgrenze, also weniger als 5 mg/l.

Der pH-Wert liegt zwischen 7,6 und 8,6, damit entspricht es den Werten der Trinkwasserverordnung. Das gleiche gilt für die im Winter gemessene Wassertemperatur zwischen 7,4°C und 10°C. Die Chlorid Werte lagen zwischen 54,5 mg/l und 140 mg/l, dieses sind normale Werte. Der Salzgehalt im Süßwasser ist unter 1%, der Gehalt im Salzbach beträgt 0,05 %. Die Sauerstoffsättigung des Wassers liegt zwischen 83,33 % und 97,28 %, nur an der Quelle habe ich 67,41 %  gemessen. Um Gewässergüteklasse I – II zu erreichen, benötigt man 85 % – 95 %, diese Werte waren bei 7 Proben vorhanden.9 Erstaunlich war, dass bei 3 Proben die Gewässergüte I erreicht wurde, Voraussetzung dafür ist eine  95  bis 105 prozentige Sauerstoffsättigung. Nur hinter der Merschbrücke war das Wasser nicht sauber, es roch nicht gut, sah trüb aus, viel Müll schwamm herum und es zeigte bei den Messungen die schlechtesten Werte von Gewässergüteklasse II. Nach fünf Tagen habe ich erneut den Sauerstoffgehalt und Ammoniumwert gemessen, dabei habe ich festgestellt, dass die BSB5 Werte an fünf Stellen des Salzbaches für die Güteklasse I sprechen und an sieben Stellen für die Güteklasse I – II.10

Ammo-nium Sauer-stoff mg/l Sauerstoff  nach 5 Tagen mg/l BSB mg/l Güteklasse
SB 01 0 7,3 6,32 0,98 I
SB 02 0 10,7 8,77 1,93 I – II
SB 03 0 10,2 8,96 1,24 I – II
SB 04 0 10,6 9,62 0,98 I
SB 05 0 11,2 9,39 1,81 I – II
SB 06 0 10,5 9,67 0,83 I
SB 07 0 11,1 9,74 1,36 I – II
SB 08 0 10,8 9,44 1,36 I – II
SB 09 0 10,7 10,25 0,45 I
SB 10 0 10,8 9,56 1,24 I – II
SB 11 0 10,6 10,15 0,45 I
SB 12 0 9,65 8,35 1,30 I – II

 

Trink-wasser-verordnung Arsen Nickel Nitrat Sulfat PH – Wert Phosphat Amonnium Chlorid
Trink-wasser 0.01 mg/l 0.02 mg/l 50 mg/l 240 mg/l 6,5 – 9,5 6,95 mg/l 0,5 mg/l 250 mg/l
SalzbachHöchster Wert 0mg / l 0mg/l 40 mg/l 90 mg/l 8,3 0mg/l 0,5mg/l 0mg/l

Das Bohrloch, welches heute noch eine Saline versorgt, ist 13 m tief. Der Werler Salinenverein ermöglichte es mir, eine Wasserprobe aus dem Bohrloch zu nehmen. Ich wollte feststellen, wie viel Chlorid das Wasser der Quelle heute noch enthält. Die Werte liegen aktuell bei 1,5 % Natriumchlorid (26.02.13). Dies ist relativ niedrig und hat damit zu tun, dass durch die hohen Niederschläge im vergangenen Dezember/Januar/Februar wie oben erwähnt Verdünnungseffekte resultieren. Frühere Messungen zeigten Gehaltsschwankungen zwischen eben 1,5 bis 6 %. Über Photometrie mit Küvettentests der Firma Hach-Lange Düsseldorf/Berlin ergab sich für die 1/10 verdünnte Sole ein Gehalt von 917 mg/L. Also ist der Chlorid-Gehalt 9170 mg/L. Über die molaren Massen von Chlorid und Natriumchlorid kommt man zum Kochsalzgehalt:

9170 mg/L x 58,5 g/mol   = 15111 mg/L NaCl          entspricht 1,5 %

35,5 g/mol

01 02
1:10 Verdünnung 1:10 Verdünnung

Fortsetzung folgt…

1. Der Salzbach

 1.1 Kurzporträt zum Salzbach

Die Quelle des Salzbaches liegt im Kurpark in Werl ungefähr 90 m über NN, von hier führt sein Weg am Stadtrand durch das Industriegebiet „Auf dem Kreiter“ und dann durch Wiesen und Felder, wo er die Grenze zum Dorf Sönnern bildet und der Sönnerbach zufließt. Nun geht es an der Mülldeponie und an der Werler Kläranlage vorbei durch ein Naturschutzgebiet und nach der Mündung des Mühlenbachs in Flerke in Richtung Scheidingen, wo sich wieder eine Kläranlage am Salzbach befindet. Der Bach fließt danach an Welver vorbei, hat den Bewerbach als Zufluss und mündet in der Gemeinde Dinker bei ca. 65 m über NN nach ca. 13 km Fließstrecke in die Ahse, einen Zufluss der Lippe. Der Salzbach wurde in den Jahren 1982 – 1984 ausgebaut, die Ufer wurden teilweise mit Steinen befestigt, er wurde begradigt und ca 1,20 m tiefer gelegt. Dadurch wollte man Hochwasser vermeiden. Der Feldbach, der Mühlenbach, der Hundsbach, der Landwehrbach, der Sönnernbach, die Lorva, die Reeke, die Rossbierke und der Bewerbach bilden die Zuflüsse zum Salzbach.

Karte Salzbachverlauf (umrandet) Der Salzbach in seinem Bett
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 In Werl fängt die Geschichte des Salzbaches an. Hier kam es an einer wasserundurchlässigen, geologischen Bruchspalte zum Austritt salzhaltiger Quellen, die sich im Salzbach sammelten und wahrscheinlich schon ab der Steinzeit zur Salzgewinnung genutzt wurden. Die Abbildung 2 veranschaulicht das Grundwasserfließmodell. Im Jahr 695 n. Chr. eroberten die sächsischen Teilstämme Westfalen und Engern die Brukterergau und teilten das Land unter sich auf. Der Westen kam zu Westfalen und die Osthälfte zu Engern. Als Grenze bestimmte man den Verlauf des Salzbaches (siehe Abbildung 1).1 fff1588 breitete sich jenseits des Salzbaches unter dem Einfluss der Stadt Soest die Lehre Luthers aus, das war ein weiterer Grund, den Salzbach neben der politischen auch zur konfessionellen Grenze werden zu lassen. Im Kurpark hat der Salzbach später ein Rad angetrieben, welches Pumpen in Bewegung setzte, um die Sole in das Gradierhaus zu bringen. Bei trockenem Wetter hatte der Salzbach zu wenig Wasser, dann mussten Menschen die Pumpen bedienen.2

In der Abbildung wird anschaulich das Flair jener Tage mit Solbad und Gradierwerke noch einmal verdeutlicht.3

hztFür die Brunnen in Werl galt folgendes:

,, 7 10/15 bei voller Solen – Menge, nimmt jedoch wenn im Sommer die Sole in quanto mangelt bis 6 ¼ ab. 8 ½ bei voller Solen – Menge bei Abnahme derselben, 6 7/15.“ 4

Diese Zahlen zeigen die Prozentzahlen des Salzgehaltes in der Sole. Folgte man nun weiter dem Lauf des Baches, kam man zu den drei Wasserburgen in Scheidingen: Haus Scheidingen, Wasserhausen und Gut Aul mit dem großen Schloss. Die Gräften von allen Gütern wurden vom Salzbach gespeist.5 Im Siebenjährigen Krieg 1761 fand eine entscheidende Schlacht zwischen den Franzosen und den Preußen an der Salzbachbrücke in Scheidingen statt. Aufgrund des schnellen Rückzuges der Franzosen war es für sie nicht möglich, ihre Toten zu beerdigen. Es wurde ein Massengrab direkt am Salzbach ausgehoben, noch heute heißt dieses Flurstück ,,Totenkamp“.6 Bild30Später wurde dort eine Mühle erbaut, dafür erhielt eine Familie die Wasserrechte am Salzbach. Ein Stück weiter finden wir in Dorfwelver die Kortemühle. Sie wird erstmals 1252 erwähnt, es war eine Getreide- und Sägemühle. Über die Qualität in dieser Zeit kann ich nur eine Aussage über Fischereirechte und über einen Waschplatz am Salzbach finden.7

Danach muss der Salzbach fischreich und so sauber gewesen sein, dass die Menschen ihre Wäsche darin waschen wollten, außerdem lebten damals in Werl nur 2000 Menschen. Diese wenigen Menschen mit einfacher, bäuerlicher Lebensweise haben sehr wahrscheinlich den Bach damals viel weniger verschmutzt als später während der Industrialisierung. Außerdem steht in der Beschreibung, dass die Umgebung des Salzbachs sehr natürlich war und dass er schnell bei Hochwasser über die Ufer trat. Durch die Erweiterung des Steinkohlebergbaus nach Osten wurden immer mehr salinäre Grubenwasser abgeleitet und es versiegte eine Salzquelle nach der anderen.8 Es kann aber auch sein, dass salzhaltiges Wasser und vermehrt Grundwasser aufeinander stießen, mehr Grundwasser das Wasser der Quelle verdünnte und somit der Salzgehalt der Quellen gesunken ist. Zusammen mit den Problemen des 1. Weltkrieges sowie dem wirtschaftlichen Niedergang danach lohnte das Salzsieden nicht mehr und die alte Werler Salz-Gewinnung wurde eingestellt.

                                                                                                Fortsetzung folgt…

Der schadstoffbelastete Salzbach… Vergangenheit oder Gegenwart?

Samantha Seithe

Betreuer : Heinz Kiko

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1. Einführung

Einführung

Bei einem Spaziergang am Salzbach hatte ich am Ufer eine ca. 7 cm große Muschel gefunden. Freunde und Familienangehörige waren verwundert. Der Salzbach durfte jahrzehntelang nicht nur mit einem verschmutzten Ruf leben, sondern war mit der Gewässergüteklasse II – III offiziell als kritisch belastet eingestuft. Handelte es sich nur um einen Zufallsfund oder steckte doch mehr dahinter? Hatte der Bach mit seiner verschmutzten Vergangenheit abgeschlossen?ggggggggggggg

Um Informationen zum heutigen Zustand des Salzbaches zu erhalten, musste ich den Bach nach weiteren Muscheln absuchen und Sedimentproben entnehmen zur mikroskopischen Untersuchung. Bohrkerne wurden gezogen und schichtenweise betrachtet, damit ein Einblick in vergangene Epochen möglich wurde. Wasserproben wurden an verschiedenen Stellen des Bachlaufes von der Quelle bis zur Mündung genommen für die biologische und chemische Untersuchung, um eine Aussage über die Gewässergüte zu erhalten. Die schriftlichen Quellen und die Zeitzeugenbefragung lieferten weitere Ansätze, um Zustände und mögliche Veränderungen in Lebensraum und Gewässergüte des Salzbaches aufzuzeigen.

Die blau markierten Passagen und Unterpunkte in der Salzbacharbeit liefern ergänzende Informationen für den Bundesumweltwettbewerb 2014. Das Salzbachprojekt wurde ursprünglich für den Wettbewerb „Jugend forscht 2013“ erstellt als regionaler Beitrag für die sich wandelnde Fauna und Flora in der direkten Nachbarschaft. Im ersten Ergänzungsteil will ich dabei noch einmal mit der Zuflussproblematik am Beispiel des Uffelbaches über Brennereiabwasser auf die zum Teil jahrzehntelange Verschmutzung des Salzbaches im 20. Jahrhundert hinweisen. Das zweite Ergänzungskapitel ist allerdings gegenwarts- und zukunftsbezogen. Es wirft einen Blick auf die „Auswirkungen“ des Projektes in der Öffentlichkeit.

                                                                                     Fortsetzung folgt…