Archiv für den Monat: Juli 2015

4. Schlussbetrachtungen mit Ausblick

Der Salzbach lebt. Die schadstoffbelastete Vergangenheit ist zumindest in großen Teilen nicht mehr vorhanden. Die Bachverunreinigungen und das tote Gewässer aus den Zeitzeugenaussagen oder den schriftlichen Quellen stimmen nicht mehr. Die künstlichen Verschmutzungen aus den von mir untersuchten Bodenproben sind natürlich die Abfallprodukte der Industrialisierung, aber der Salzbach erholt sich und zeigt Leben. Die zahlreichen Muschel- und Schneckenfunde, darunter viele Lebendfunde und die vom Aussterben bedrohten Bachmuscheln und Zierliche Tellerschnecken, die beobachteten Fische oder Bisamratten zeigen einen lebendigen Bach.

Dieser Eindruck wird verstärkt durch die Auswertungsergebnisse der Wasserproben. Die Konzentration von Schwermetallen, die unterhalb der Nachweisgrenze liegen, „trinkwasserfreundliche“ Nitrat- oder ph – Werte, die Sauerstoffsättigung und die sich daraus ergebenen Güteklassen sprechen dafür, dass der Salzbach heute in erster Linie ein Lebensraum ist. Die offizielle Einteilung des Salzbaches als kritisch belastetes Gewässer muss nach den zahlreichen Lebendfunden und den Ergebnissen der Wasserproben hinterfragt werden.

Die angedachte Entfernung von Steinschüttungen am Ufer des Salzbaches liefert zwar für die Renaturierung des Gewässers einen Beitrag, würde aber einen Eingriff in die Fauna und Flora des Salzbaches nach sich ziehen. Die Bachmuscheln haben ihren Lebensraum auch zwischen den Steinen am Ufer. Das wäre zumindest eine Beeinträchtigung im Lebensraum einer bedrohten Art. Durch meine Funde habe ich erreicht, dass weitere Gutachten vor der Renaturierung vorgenommen werden, auch wenn sich die Baumaßnahme dadurch verzögert. Eine Naturschutzmaßnahme muss immer produktiv wirken und nicht ungewollte Schäden hervorrufen. Noch weitere genauere Untersuchungen des Salzbaches könnten einen besseren Blick auf den Naturschutz werfen. Wer weiß, vielleicht gibt die intensivere Beschäftigung mit dem Salzbach weitere vom Aussterben bedrohte Arten preis?

Jeder kann aber auch direkt im kleinen Rahmen Naturschutz am Salzbach und dessen Zuflüssen vorleben. Verschmutzungen sind heute noch an der Tagesordnung und vermeidbar!

Am Salzbachabschnitt „Mersch“ zwischen Scheidingen und Welver konnte ich noch im März 2014 Verunreinigungen und Abfalleinlagerungen beobachten (Bildmotive mit roten Markierungen)

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Die zunehmende Wasserqualität und die im Bach lebenden Tiere müssen nicht zwingend solche „Rückschläge“ erleiden. Vielversprechend sind daher auch die bereits erwähnten „Bachpaten“ oder die geplanten Großprojekte zur „passenden Renaturierung“ des Salzbachufers auf Seiten der zuständigen Behörden. Schon in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts kam es bei Projekten zur Fließgewässerbegradigung für schadlose Hochwasserschutzmaßnahmen zu Bedenken hinsichtlich der Zerstörung einer natürlichen Landschaft.18 Ein vernünftiger Hochwasserschutz kann aber problemlos kooperieren mit der natürlichen Uferlandschaft von Fließgewässern. Ausgeschriebene Überschwemmungsfluren sollten genauso ohne Bedenken von der Landwirtschaft akzeptiert werden wie maßvolle Flussbegradigungen an bestimmten Fließgewässerabschnitten.

Als Nebenprodukt meiner Untersuchungen am Salzbach konnte ich tatsächlich eine ockerige Stelle mit einer kleinen Wasserquelle im heutigen Salzbachbett finden. Bei meinen Untersuchungen am Salzbach hatte sich der zweite Blick auch hier gelohnt.

Ich möchte mich recht herzlich bei den Mitarbeitern der Kreisverwaltung Soest und des Landesinstitutes Lippstadt bedanken, die es mir ermöglichten, Einsicht in alle Unterlagen zu nehmen und beim Bestimmen der Muscheln geholfen haben. Weiterhin gilt mein Dank den  Herren Bernd Vickermann und Wilhelm Lückmann, die in einem Interview viele meiner Fragen beantworten konnten.

Samantha Seithe

Anhang

17       Das entsprechende Echo mit Bildmaterial kann unter http://www.soester-anzeiger.de/ lokales/ welver/ samantha – seithe – entdeckte – ihrer –j ugend-forscht-arbeit-erstaunliches – salzbach – wasser – besser – gedacht – 2771546.html, http://www.google.de/imgres?sa = X&biw = 1920&bih = 898&tbm = isch&tbnid = WMV31OW3nhtVvM%3A&imgrefurl = http%3A%2F%2Fwww. soennern. de%2Findex. php%2Fpresse-gesamt%3Fstart%3D15&docid = RDZ2U_uGughy6M&imgurl = http%3A%2F%2Fwww.soennern.de%2Fimages%2Fpresse%2Fpresse – 2013%2F2013-10-12 – salzbach – 2.png&w = 200&h = 184&ei = hfYFU – 2bI8HatAbAzYGIAQ&zoom=1&iact=rc&dur=455&page=1&start=0&ndsp=41&ved = 0CGMQrQMwBA

http://heimatverein – werl.de/ index.php/ 10-jahrbuch2013 oder http://www.google.de/imgres?sa = X&biw = 1920&bih = 898&tbm = isch&tbnid = 0oJHoMVMESZASM%3A&imgrefurl = http%3A%2F%2Fwww.soester-anzeiger.de%2Flokales%2Fwelver%2Fsamantha – seithe – entdeckte – ihrer – jugend – forscht – arbeit – erstaunliches – salzbach – – wasser – besser – gedacht – 2771546.html&docid = 2O6aIL17Ylyc6M&imgurl = http%3A%2F%2Fwww.soester-anzeiger.de%2Fbilder%2F2013%2F02%2F26%2F2771546%2F1919352697 – 280_008_2854453_2owelseith – gC34.jpg&w = 665&h = 498&ei = hfYFU – 2bI8HatAbAzYGIAQ&zoom = 1&iact = rc&dur = 1074&page = 1&start = 0&ndsp = 41&ved = 0CFcQrQMwAA nachverfolgt werden.

 

18             vgl. hierzu den Soester Anzeiger vom 28./29. August 1982.

 Schließmundschnecke 1,1cm258      Erbsenmuschel0,4cm drt    
Kugelmuschel0,7cmnnnn    Wasserschnecke1,2cm 9    
 Flussnapfschnecke1,1cm 769    Knochen1,7cm 1367  
 Knochen4,2cmzui     Knochen4,6cm 4598   

Wasserkörper und Güteklassen:

Quelle:

http://www.niederrhein.nrw.de/ lippe/tab/tab2 1 3 4 3.pdf

der

Wasserproben
Messungen SB 01 SB 02 SB 03 SB 04 SB 05
Lufttemperatur(°C) 11,6°C 9,3°C 9,0°C 9,0°C 9,0°C
Wassertemperatur(°C) 10,0°C 9,0°C 8,9°C 8,8°C 7,8°C
pH-Wert 8,25 8,47 8,05 7,64 7,61
Sauerstoffgehalt(mg/L) 7,3 mg/L67,41% 10,7 mg/L95,62% 10,2 mg/L90,90% 10,6 mg/L94,22% 11,2 mg/L97,22%
Leitfähigkeit(mS/µS) 0,903 mS 0,945 mS 0,941 mS 0,953 mS 0,856 mS
Salzgehalt in Pcnt(%) 0,05% 0,05% 0,05% 0,05% 0,04%
Datum 31.12.2012 31.12.2012 31.12.2012 31.12.2012 31.12.2012
Uhrzeit 11.27 Uhr 11.43 Uhr 12.00 Uhr 12.10 Uhr 12.16 Uhr
Koordinaten(Nord) 51,555869 51,568459 51,584270 51,590411 51,592495
Koordinaten(Ost) 7,909573 7,902079 7,925135 7,932173 7,938520
Wasserqualität klar, salzig Sehr gut, bisschen Müll Klar, sauber Klar, viel Müll klar
Ort der Probe Quelle, Werl Vor alter Kläranlage Werl Hinter Mülldeponie Werler Straße Brücke MündungMühlenbach
Borwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L
Arsenwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L
Nitratwert(mg/L) 40 mg/L 25 mg/L 24 mg/L 24 mg/L 40 mg/L
Phospatwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L
Sulfatwert(mg/L) 90 mg/L 60 mg/L 60 mg/L 60 mg/L 90 mg/L
Zinkwert (mg/L) <2 mg/L <2 mg/L <2 mg/L <2 mg/L <2 mg/L
Ammoniumwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L
Eisenwert(mg/L) <5 mg/L <5 mg/L <5 mg/L <5 mg/L <5 mg/L
Kupferwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L
Nickelwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L
Kobaltwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L
Chlorid 101 mg/l 135 mg/l

 

Wasserproben
Messungen SB 06 SB 07 SB 08 SB 09 SB 10
Lufttemperatur(°C) 9,0°C 9,0 °C 8,5°C 8,5°C 9,0°C
Wassertemperatur(°C) 8,2°C 8,2°C 7,9°C 7,9°C 7,4°C
pH-Wert 7,86 7,90 7,76 7,85 7,95
Sauerstoffgehalt(mg/L) 10,5 mg/L92,02% 11,1 mg/L97,28% 10,8 mg/L93,91% 10,7 mg/L93,04% 10,8 mg/L92,78%
Leitfähigkeit(mS/µS) 0,892 mS 0,891 mS 0,871 mS 0,870 µS 0,882 mS
Salzgehalt in Pcnt(%) 0,05% 0,05% 0,05% 0,05% 0,05%
Datum 31.12.2012 31.12.2012 31.12.2012 31.12.2012 31.12.2012
Uhrzeit 12.20 Uhr 13.05 Uhr 13.15 Uhr 13.25 Uhr 13.45 Uhr
Koordinaten(Nord) 51,599006 51,601877 51,607423 51,619404 51,6254653
Koordinaten(Ost) 7,937570 7,937655 7,940378 7,937049 7,953328
Wasserqualität klar Klar, flach Klarextrem viel Müll Klar, gestautviel Müll Klar, tiefer
Ort der Probe Zollbaum-brücke Mühlen-Brücke Merschbrückelinks Brücke hinterSchulte Euler Kortemühle
Borwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L
Arsenwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L
Nitratwert(mg/L) 25 mg/L 25 mg/L 20 mg/L 20 mg/L 20 mg/L
Phospatwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L
Sulfatwert(mg/L) 50 mg/L 55 mg/L 50 mg/L 50 mg/L 52 mg/L
Zinkwert (mg/L) <2 mg/L <2 mg/L <2 mg/L <2 mg/L <2 mg/L
Ammoniumwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L
Eisenwert(mg/L) <5 mg/L <5 mg/L <5 mg/L <5 mg/L <5 mg/L
Kupferwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L
Nickelwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L
Kobaltwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L 0 mg/L
Chlorid 107 mg/l 140 mg/l 119 mg/l 128 mg/l 112 mg/l

  

Wasserproben
Messungen SB 11 SB 12
Lufttemperatur(°C) 8,0°C 6,7° C
Wassertemperatur(°C) 8,5°C 7,6° C
pH-Wert 7,98 8,59
Sauerstoffgehalt(mg/L) 10,6 mg/L93,55% 9,65 mg/L83,33 %
Leitfähigkeit(mS/µS) 0,856 mS 0,8275 mS
Salzgehalt in Pcnt(%) 0,04 0,04
Datum 31.12.2012 02.01.2012
Uhrzeit 13.50 Uhr 11.10
Koordinaten(Nord) 51,632018 51,365149
Koordinaten(Ost) 7,932423 7,56269
Wasserqualität Klar, tief Klar, tief
Ort der Probe BauernhofNiermöller 600 m hinter der Merschbrücke
Borwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L
Arsenwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L
Nitratwert(mg/L) 25 mg/L 23 mg/L
Phospatwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L
Sulfatwert(mg/L) 55 mg/L 55 mg/L
Zinkwert (mg/L) <2 mg/L <2 mg/L
Ammoniumwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L
Eisenwert(mg/L) <5 mg/L <5 mg/L
Kupferwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L
Nickelwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L
Kobaltwert(mg/L) 0 mg/L 0 mg/L
Die Güteklassen: Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%A4sserg%C3%BCteklasse

Die fünf Gewässergütestufen des Saprobiensystems werden durch drei Zwischenstufen ergänzt, so dass eine biologische Klassifikation eines Fließgewässers in acht Stufen möglich ist:

Güteklasse I (unbelastet bis sehr gering belastet)

Reines, stets annähernd sauerstoffgesättigtes Wasser, nährstoffarm, geringer Bakteriengehalt. Laichgewässer für Salmonidae. Nur in Quellbächen und anthropogen unbeeinflussten Gebieten. Saprobienindex kleiner 1,5. Sauerstoffsättigung in der Regel 95-105 %, BSB5 ca. 1 mg/l.

Güteklasse I-II (gering belastet)

Geringe organische oder anorganische Nährstoffzufuhr, keine nennenswerte Sauerstoffzehrung. Vielfältige und dichte Besiedlung. In der Regel Oberläufe von Gebirgs- und Mittelgebirgsbächen. Saprobienindex 1,5-1,8, Sauerstoffsättigung in der Regel 85-95 %, BSB5 1,0-2,0 mg/l, Ammonium bis 0,1 mg/l.

Güteklasse II (mäßig belastet)

Mäßige Verunreinigung und noch gute Sauerstoffversorgung. Sehr große Artenvielfalt und Individuendichte: Algen, Schnecken, Kleinkrebse, Insektenlarven, insbesondere große Flächen mit Wasserpflanzen. Ertragreiche Fischgewässer. Mittel- und Unterläufe großer Flüsse und sommerwarme Flachlandbäche. Saprobienindex 1,8-2,3, Sauerstoffgehalt mehr als 6 mg/l, BSB5 2-6 mg/l, Ammonium bis 0,3 mg/l.

Güteklasse II-III (kritisch belastet)

Belastung mit organischen sauerstoffzehrenden Stoffen bewirkt kritischen Zustand. Fischsterben wegen Sauerstoffmangels möglich, Artenrückgang bei Makroorganismen, Massenentwicklungen auch von Algen. Saprobienindex 2,3-2,7, Sauerstoffsättigung zum Teil weniger als 50 %, BSB5 5-10 mg/l, Ammonium bis 1,0 mg/l.

Güteklasse III (stark verschmutzt)

Starke organische sauerstoffzehrende Verschmutzung und dadurch meist niedriger Sauerstoffgehalt. Örtlich Faulschlammablagerungen und Kolonien von fadenförmigen Abwasserbakterien. Populationen von Schwämmen, Egeln, Wimpertierchen und Wasserasseln größer als der Algen. Geringe Fischereierträge, periodisches Fischsterben. Saprobienindex 2,7-3,2, Sauerstoffgehalt zum Teil unter 2 mg/l, BSB5 7-13 mg/l, Ammonium über 0,5 mg/l; kann bis zu mehreren mg/l erreichen.

Güteklasse III-IV (sehr stark verschmutzt)

Weitgehend eingeschränkte Lebensbedingungen durch Verschmutzung und geringen Sauerstoffgehalt; verstärkt durch toxische Stoffe. Zeitweilig totaler Sauerstoffschwund. Trübung durch Abwasserschwebstoffe, Faulschlammablagerungen mit Zuckmückenlarven und Schlammröhrenwürmer. Abwasserpilz bedeckt Gewässergrund, deutlicher Abwassergeruch. Kaum Fischpopulationen. Saprobienindex 3,2-3,5, Sauerstoffgehalt unter 1 mg/l, BSB510-20 mg/l, Ammonium mehrere mg/l, oft auch toxische Stoffe.

Güteklasse IV (übermäßig verschmutzt)

Übermäßige Verschmutzung durch organische sauerstoffzehrende Abwässer, Fäulnisprozesse vorherrschend. Sauerstoff über lange Zeiten nur in sehr niedrigen Konzentrationen oder nicht vorhanden. Besiedlung nur durch Bakterien und Geißeltierchen, zeitweilige biologische Verödung. Abwasserpilz und Schwefelbakterien lassen Gewässer weiß erscheinen. Saprobienindex größer 3,5, Sauerstoffgehalt gegen 0 mg/l, BSB5 mehr als 15 mg/l, Ammonium mehrere mg/l, auch toxische Stoffe

Ein Beispiel zur Bachverunreinigung durch Brennereiabwasser: Quelle:                                                          Dr. König, J., Die Verunreinigung der Gewässer deren schädliche Folgen sowie die Reinigung von Trink- und Schmutzwasser, Erster Band, Berlin 1899, S. 211.
Art des Wassers Abwasser der Fabrik Uffelbachwasser vor Aufnahme Nach Aufnahme des Brennereiwassers
Organische Schwebstoffe mg 252,3 0 33,4
Unorganische Schwebstoffe mg 223,9 0 33,2
Org. gelöste Stoffe mg 393,4 59,5 89,5
Unorganische gelöste Stoffe mg 420,6 291,6 300,5
Zur Oxydation erforderlicher Sauerstoff in alk. Lösung mg 176,5 3,7 26,2
Zur Oxidation erforderlicher Sauerstoff in saurer Lösung mg 185,3 3,7 26,2
Stickstoff mg 36,3 3,6 9,9
Phosphorsäure mg 17,4 0 3,5
Schwefelsäure mg 58,7 42,2 44,9
Kalk mg 170,4 146,7 158,6
Kali mg 37,3 5,0 11,9
Keime von Mikrophyten in cm 1266170 2453 334560

 

Bohrkerne
  Kern 1Koordinaten:51,597682 N

7,936411 O

Kern 2Koordinaten: 51,597336°N, 7,935955 °O Kern 3Koordinaten:51,597553°N, 7,936384 °O

 

Schicht 1 : 0- 23.5 cm- grau- braun- Wurzeln

– überwiegend Sandkörner ( Quarzsand)

– einheitliche Korngröße

– Feinsand

– stark gerundet

:0 – 12 cm- Quarzsand- hell, einheitlich,  leicht gerundet

– grau braun

– wenige Muschelbruchstücke bis 2 mm

– fest

0 – 15 cm- Quarzsand- hell, einheitlich,  leicht gerundet

– grau braun, sehr fest

– wenige Muschelbruchstücke bis 2 mm im unteren Bereich

– im unteren Bereich heller und weniger fest

Schicht 2 23.5- 30 cm- hellbraun- überwiegend Quarzsand

– einheitlich Feinsand

– stark gerundet

– manche Sandkörner ockergelb

12 – 18 cm- hell grau- einzelne Schnecken bis 1,2 cm Größe

– einzelne Kohlestücke

– wenige Schnecken- und Muschelbruchstücke sowie Kalksteinbrocken          bis 3 mm

– Feinsand

– Quarzsand

– hell, einheitlich, leicht gerundet

– fest

15 – 18 cm- hell braun, weniger fest- Schnecken- und Muschelbruchstücke sowie Kalksteinbrocken bis 3 mm

– Feinsand

– Quarzsand

– hell, einheitlich, leicht gerundet

– Stück roter Lack/Emaille, Draht

– stark eisenhaltige Partikel

Schicht 3 30- 36 cm- weiße Muschelbruchstücke bis 3 mm- weiße Steine( Kalkstein) ca. 3mm Durchmesser

– rostrote Steine( stark eisenhaltig)

– schwarze, glänzende Partikelchen od. Teilchen

– Feinsand

– schwarze Teilchen( stark eisenhaltig)

– Schnecke

– Holzstücke

– Muscheln am Boden der Schicht

– überwiegend grobe Bestandteile

– grüne Partikel

– Zahn

18 – 23 cm- Holzstücke- Kohle

– Wurzeln

– locker

– dunkel grau

– wenig Muschel- und Schneckenbruchstücke

– Einheitlicher, leicht gerundeter, heller Quarzsand

18 – 24 cm- braun, fest- Wurzeln

– Feinsand aus Quarz, hell, einheitlich,  leicht gerundet

Schicht 4 36- 37,5 cm- überwiegend feiner Sand- hell braun

 

23 – 32,5 cm- fest, graubraun- wenig Muschelbruchstücke

– Einheitlicher, leicht gerundeter, heller Quarzsand

: 24 – 30 cm- hellbraun, fest- Muschelbruchstücke vor allem in feinen Schichten im unteren          Teil

– Feinsand aus Quarz, hell, einheitlich,  leicht gerundet

Schicht 5 : 37,5- 41 cm- dunkelgrau- Baumwurzeln

–  wenige Muschelbruchstücke bis zu 1cm groß.

– schwarze Partikel

– feiner Quarzsand

– einheitliche, eckige, helle Quarzkörner

– wenige Schnecken

– viele Holzstücke

32,5 – 43 cm- locker- sehr viele weiße Schnecken-, Kalkstein- und Muschelbruchstücke

– Holz

– viel Kohle

– Einheitlicher, leicht gerundeter, heller Quarzsand

– Grüne Partikel (evtl. Lack/Emaille), Kunststoff

 
Schicht 6 41-48 cm- hellgrau- Wurzeln

– stark eisenhaltige, orangefarbige Konkretionen

– Feinsand

– helle, einheitliche, leicht gerundete Quarzkörner

: 43 – 47 cm- dunkelbraun, fest- Einheitlicher, leicht gerundeter, heller Quarzsand

– einige Holzstückchen

 
Schicht 7 48-52,5 cm- viele Muscheln und Muschelbruchstüke- viele Schnecken

– Kohlestücke

– insgesamt grobkörnig und locker

– rote eisenhaltige Partikel

47 – 51,5 cm- überwiegend weiße Kalksteinstückchen, Muscheln und Schneckenbruchstücke bis 3 mm Größe- locker

– einige schwarze Körnchen (Schlacke?) und Kohle

– Einheitlicher, leicht gerundeter, heller Quarzsand

 
Schicht 8 52,5- 55,5 cm- oberstes wie 7. Schicht aber in Feinsand “eingebacken”- Baumwurzeln

– wenige Muschelbruchstücke

– Kohlestücke

– helle, einheitliche, leicht gerundete Quarzkörner

: 51,5 – 54 cm- fest- hellbraun

– Einheitlicher, leicht gerundeter, heller Quarzsand

 
Schicht 9 : 55,5- 60 cm- Feinsandig- locker

– orange

– Muscheln

– Muschelbruchstücke

– Dichtungsring

– weiße, rote Steinchen

– stark gerundete Quarzkörner

-zwei hauptsächliche Korngrößen

54 – 56 cm- locker, orange- viele ockerfarbene Partikel

– grobe leicht gerundete Quarzkörner

– Holzstücke

– weiße Kalksteinstückchen

 
Schicht 10 60- 80 cmWie 5. und 6. Schicht 56 – 68,5 cm- fest- hellbraun

– Einheitlicher, leicht gerundeter, heller Quarzsand

– Wenige Holzstücke

– orange Beläge

 

 

 

Kern 4Koordinaten: 51,597256°N, 7,935869°O Kern 5Koordinaten51,6254653 N

7,953328 O

Kern 6Koordinaten51,607423 N

7,940378 O

Schicht 1 0 – 13 cm- grau braun- fest

Nach unten  zunehmend locker

Immer mehr Bis 3mm große Kalkstein und Muschelbruchstücke

Schnecken

Einheitlicher, heller, feiner , leicht gerundeter Quarzsand

0 – 18,5 cm- Stück Kunststoff- braun, festeinheitlich, leicht gerundet, hell Quarzsand

– nach unten einzelne Schnecken

– Knopf

– Kabelteil

– eisenhaltige Partikel

0 – 32,5 cm- dunkelbraun, locker- viele Wurzeln, keine Schnecken- / Muschelbruchstücke

– Quarzkörner feinkörnig, einheitlich, leicht gerundet

Schicht 2 13 – 24 cm- hell braunFest

Kaum Muscheln

Quarzsand wie oben

 

3. Schicht: 24 – 32 cm

– wie erste Schicht

18,5 – 19 cm- hell, locker- Quarzsand wie 1

– viele eisenhaltige Partikel

32,5 – 38,5 cm- wie 1. Schicht, fest- wenige orangene eisenhaltige Klumpen bis 2 cm Durchmesser  und Kohlestückchen

– nach unten hin zunehmend tonhaltig

 

Schicht 3 24 – 32 cm- wie erste Schicht 19 – 27,5 cm- wie erste Schicht- nach unten mehr Schnecken- und Muschelbruchstücke bis 2 mm 38,5 – 53 cm- hellgrau, fest mit orangenen eisenhaltigen Klumpen- kalkhaltig, viel Ton, , also Mergel

– keine Muscheln oder Schnecken

Schicht 4 32 – 39 cm- locker- überwiegend Kalkstein stücke,. Muscheln und Schnecken(Bruchstücke) bis 5 mm

– Kohle

– schwarze und eisenhaltige Partikel

Quarzsand wie erste

27,5 – 32 cm- hell braun, locker- grobkörnig

– viele Schnecken- Muschelbruchstücke bis 2mm

Schicht 5 39 – 49 cm- wie dritte nur unterer Teil viel Holz : 32 – 34 cm- wie erste
Schicht 6 49 – 70 cm- wie fünfte- orangene Ablagerungen

– wenig Muscheln

: 34 – 36 cm- hell orange- grobe gelbe Quarzkörner, kaum gerundet
Schicht 7 : 36 – 42 cm- wie erste- viel Eisen

– nach unten Kalksteinklumpen

– Muschel und Schneckenbruchstücke bis 2mm

Schicht 8 : 42 – 49 cm- orange- grobe Klumpen mit eisenhaltigen Partkeln

– Kalksteinklumpen

.- Steine bis 1.5 cm

– Muscheln Schnecken

Schicht 9 49- 61 cm- hell grau- unterschiedlich

– mehr weniger sandig

– sonst wie erste

 

 

 

 

 

 

 

3. Neuzeit (1850-1980)

3.1 Berichte zur verschmutzten Vergangenheit

In einem Bericht aus dem Jahre 1899 hieß es bereits:

Als Beispiel  einer Bachverunreinigung durch Brennereiabwasser mag aufgeführt werden, dass der Uffelbach bei Werl, der im Durchschnitt dreimal mehr Wasser führt, als das betreffende Abwasser, durch das Abwasser einer großen Brennerei im Mittel von 5 Probeentnahmen folgende Veränderung erlitt. „11

Der Uffelbach führt in den Salzbach und dadurch kommen auch die in der Tabelle genannten Verunreinigungen in den Salzbach. ,,Stickstoff“ würde man heute wohl als Nitrat und Ammonium bezeichnen und statt „Phosphorsäure“ Phosphat sagen. Diese Substanzen und die gelösten und ungelösten Stoffe sind Nährstoff für Algen, Bakterien und Pilze. So eine Überdüngung führt dazu, dass im Bach Sauerstoff fehlt. Dieses wurde auch damals schon gemessen. Unter dem Sauerstoffmangel leiden dann Fische und andere Tiere und können in diesem Bach nicht mehr leben. Dann erfährt man aus dem Jahr 1932:

Der Salzbach war in dieser [Zeit] nicht sauber. In den Bach würden die gesamten Abwässer der Stadt Werl, mehrerer landwirtschaftlicher Betriebe und einer Hefefabrik, die aus einer Brennerei entstand, eingeleitet. Er wird als polysaprob bezeichnet. ”12

  • Die Sache mit der Brennerei…da brennt es ökologisch

Die Hefefabrik Wulf13 (siehe Abbildung 4) gehörte um 1900 herum zu den führenden Industriestandorten im Werler Großraum, die ab 1909 als „F. Wulf A.G.“ geführt wurde. Die Firma hatte ihren festen Platz im Industriebild Werls bis in die siebziger Jahre des dfg20. Jahrhunderts hinein. Was ist nun so interessant an dieser Fabrik? Sie ging zunächst einmal aus einer Brennerei hervor und lag direkt am Uffelbach, einem Zufluss des Salzbaches. Schon 1899 konnte Dr. König in seiner durch Albert von Sachsen preisgekrönten Arbeit zur Verunreinigung von Gewässern aufzeigen, dass Brennereiabwässer erheblich zu Bachverunreinigungen führten, und als Beleg nahm er die Brennerei am Uffelbach, aus der dann später die vorgenannte Wulf A.G. wurde. Zunächst einmal ist aus dieser Arbeit herauszulesen, dass die Ökologie kein junges Kind der Ökonomie ist. Desweiteren sollen nun aber auch in einer Graphik die Auswirkungen des Brennereiabwassers auf die Wasserqualität pro Liter Uffelbachwasser veranschaulicht werden für die oben erwähnte Bachverunreinigung aus dem Jahre 1899 vor und nach Aufnahme des Abwassers durch den Uffelbach:

sssssEine deutliche Zunahme der Belastung des Uffelbaches zeigte sich in den Proben durch die Anzahl der Mikrophyten, die im Mittel von 2453 auf 334.560 pro ccm Uffelbachwasser anstiegen. Unabhängig von der Messgenauigkeit oder der Nichtberücksichtigung der konstanten Abwassermengenzufuhr in den Uffelbach bei den Probenahmen, veranschaulichen diese Werte eine Verschmutzung des Salzbaches über den Uffelbach als Zufluss.

Interessanterweise kamen um 1900 schon Maßnahmen zum Zuge ( z. B. Berieselung ), um die Konzentration der gelösten Stoffe im eigentlich gehaltreichen Abwasser ( denkbar als Futterbeigabe für Tiere ) zu verringern…ökologische Gesichtspunkte in der Wilhelminischen Ära.14

zioDie regelmäßige Verschmutzung des Salzbaches war bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts zu beobachten…und das Brennereiwasser war dabei nicht allein ursächlich. Zahlreiche Zeitungsartikel verdeutlichten die Belastung des Baches auch in der Regionalpresse, wobei stellvertretend ein Artikel aus der Westfalenpost vom 18. April 1981 auch die offenbar jahrzehntelange Hauptquelle der Verunreinigung in der fehlenden Anschlusskanalisation sah. Die Sache mit dem Schaum gehört allerdings nicht der Vergangenheit an. Der gleiche Landwirt, der in der vorangegangenen Westfalenpost zur Sprache gekommen war, wusste in einem Interview kurz vor Einsendeschluss zum Bundesumweltwettbewerb von kleinen Schaumkronen regelmäßig freitags auf Höhe von Hofflerke im Uffelbach zu berichten. 000000000[Anmerkung: Der in der Westfalenpost genannte Werner Lückmann heißt Wilhelm Lückmann. Es handelte sich im Zeitungsartikel um einen Druckfehler.] Ich konnte noch nicht ermitteln, ob die Schaumkronen in Verbindung mit der untenstehenden Aussage von Landwirt Vickermann stehen oder trotz zunehmender Anschlusskanalisation seit Mitte der achtziger Jahre aufgewirbelte Tenside o. ä. für fortgesetzte Verschmutzungen verantwortlich sind…damit hätte dann der Westfalenpostartikel seine Aktualität nicht verloren.

Nach dem Saprobiensystem wird die Belastung eines Fließgewässers nach den biologisch abbaubaren Stoffen bezeichnet. Polysaprob entspricht der Gewässergüte IV, übermäßig verschmutzt. Der Sauerstoffgehalt liegt häufig bei null, Fäulnisprozesse treten auf. Polysaprobe Gewässer sind oft verödet. Laut Aussagen von mehreren Scheidinger Bürgern war auf dem Salzbach ab 1956 häufig ein  1 m – 1,20 m hoher Schaum, der weiß aussah, von fester Konsistenz war und bei Sonnenschein bläulich leuchtete. Außerdem roch es oft nach faulen Eiern.

Freitags nach 18.00 Uhr und Samstag vormittags kam regelmäßig eine braun–schwarze Brühe, der Bach wuchs um 30 cm – 40 cm an. Es dauerte ½ bis 1 Tag bis die Brühe abgeflossen war, am Ufer setzte sie sich fest und blieb das ganze Jahr erhalten. In der Mühle in Scheidingen hatte man zu dieser Zeit sehr viele tote Fische und Schnecken im Rechen, Großmuscheln wurden dabei nie gesehen. Nach kurzer Zeit waren im Salzbach keine Fische, weder Schnecken noch Kröten gesehen.

Bernd Vickermann, ein ortsansässiger Landwirt am Salzbachufer, gab diese Aussage klar und unmissverständlich. Außerdem befand sich zwischen 1920 und 2006 am Uffelbach ein Gelände, auf dem metallverarbeitende Betriebe, im 2. Weltkrieg Rüstungsproduktion und später Panzerwerkstätten angesiedelt waren. Dieses Gebiet war mit Schwermetallen und anderen Giften verseucht, es hat auch das Grundwasser vergiftet und sicherlich auch den Salzbach belastet.15

3.2 Bohrkerne

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Bisher hatte ich nur aus Büchern, Internet oder von Zeitzeugen Informationen über die Wasserqualität erhalten. Um Beweise aus der Vergangenheit zu bekommen, entschied ich mich – wie bei Bohrkernen in der Antarktis – in einem Altarm des Salzbachs in Scheidingen vier Rohre in den Boden zu schlagen, sie wieder herauszuziehen und den Inhalt zu untersuchen. Dieser Altarm hat seit der Bachbegradigung im Jahr 1984 kein Wasser mehr. Deshalb müssen die Sedimente dort mehr als 30 Jahre alt sein und können mir Informationen aus früheren Zeiten geben. Es gibt auch noch einen Altarm bei Kortemühle, dort habe ich auch einen Bohrkern gezogen und zusätzlich noch einen Bohrkern in der Mersch am Ufer des Salzbaches. Alle vier Bohrkerne aus dem Altarm enthalten überwiegend festen, feinen, graubraunen Sandboden. Unter dem Mikroskop erkennt man, dass er aus hellen, einheitlichen, leicht gerundeten Quarzkörnern besteht. Man erkennt unterschiedliche Schichten, die zum Teil viele Muscheln und Schnecken und ihre Bruchstücke enthalten.

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Bild9     Bild10

Außerdem enthalten diese Schichten schwarze Partikel, die beim Verbrennen nach Kunststoff riechen, und Splitter von Lack oder Emaille. Das sind eindeutig künstliche Verschmutzungen.

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Man findet auch viele weiße Kalksteinbröckchen mit einem Durchmesser bis zu einem halben Zentimeter, die man daran erkennen kann, dass sie in Salzsäure sprudeln.  Es gibt viele  Kohlestückchen und eisenhaltige Klümpchen, die man mit einem Test auf „Berliner Blau“ nachweisen kann. Solche Teilchen können natürlichen Ursprungs sein, aber weil sie in den heutigen Bachsedimenten nicht mehr auftauchen, gehe ich davon aus, dass es Industrieabfälle sind.

Die Ergebnisse der Bohrkerne aus der Mersch und aus dem Altarm bei Kortemühle brachten die gleichen Ergebnisse. Aus den alten Berichten erfährt man, dass der Salzbach mindestens 80 Jahre lang stark belastet war. In manchen Zeiten war er bestimmt ökologisch tot, weil er überdüngt wurde und viele verschiedene Gifte in ihn hinein gelangten. Mehrere Schichten mit Muscheln und Schnecken zeigen aber, dass der Bach nicht die ganze Zeit in so schlechtem Zustand gewesen sein kann, denn diese Tiere brauchen sauberes Wasser. Sie haben sich wahrscheinlich in guten Zeiten vermehrt und sind dann massenweise gestorben, als die Wasserqualität schlechter wurde. Wenn sich der Bach erholt hatte, konnten wieder Muscheln und Schnecken einwandern und sich vermehren, bis das Wasser wieder schlechter wurde u.s.w. So lassen sich die Schichten erklären, in denen viele gleichgroße Muschel- und Schneckenschalen zu finden sind.

3.3 Die Salzwasserquelle

Als ich im Internet und in Büchern nach einer frühen Beschreibung des Salzbaches suchte, fand ich eine interessante Information:Salzbach 364

Dann ist da noch der Salzbach zu erwähnen. Das Wasser desselben ist zwar gegenwärtig nicht reicher an Kochsalz als alle übrigen Gewässer jenes Landstriches. In der Gemeinde Scheidingen (nordöstlich von Werl) ist auf der Wiese „am Werler Baum“ eine Stelle, an welcher, wie mir von gut unterrichteter Stelle erzählt wurde, in jedem Frühjahr Salzwasser entspringen soll, welches einen stark ockrigen Absatz bilde und den Graswuchs verderbe. Im Herbste zeigten sich die dortigen Gewässer nicht salzhaltig. Diesen ockrigen Absatz durch Niederschlag von Eisenoxydhydrat beim Entweichen der Kohlensäure, die das Eisen in dem Wasser gelöst hielt, bilden die Quellen in Werl ganz allgemein. „16

Beim Durchlaufen des Salzbaches hatte ich eine ähnliche Stelle gesehen. Nun wollte ich sie weiter untersuchen. Die Stelle befindet sich 8.50 m neben dem alten Salzbachlauf. Der ockerige Absatz ist ca. 1.70 m hoch und ca. 2.50 m breit zu erkennen, es zieht sich von der Sole des Salzbaches bis direkt 15 cm oben am Ufer unter die Grasnarbe. Eine Wiese war damals laut Beschreibungen auch dort. Bei genauerem Hinsehen im Bachbett konnte ich sehen, wie Wasser unter gelblichen und rostigen Steinen aus dem Boden drückte. Die Quelle existiert immer noch, nur liegt sie heute mitten im Salzbach, da der Bach vor Jahren begradigt wurde. Ob es die genau die oben genannte Stelle ist, kann ich mit Gewissheit nicht behaupten, aber die Fakten sprechen schon dafür.

Bilder zur Salzbachquelle

Bild33

     Bild36                      Bild35Bild34

Jeder, ob beteiligt oder nicht, hat immer seinen Vorteil von einer Umwelt, die einen Ausgleich mit den Menschen vor Ort finden kann oder zumindest einen Blick dafür öffnen sollte. Wer soll denn auch mit Muscheln, Fischen oder ganz geringen Schadstoffen im Wasser ein Problem haben? Die Maßnahmen zur Schaffung (mögliche Ausschreibung von Naturschutzgebieten am Salzbach) und zum Erhalt ( vereinzelte Steinschüttungen für die Muscheln oder Zuflusskontrollen der Nebenflüsse) einer vernünftigen Salzbachökologie können von allen Beteiligten konstruktiv formuliert und umgesetzt werden.  Wenn ich mit meinem Projekt auf diesem Gebiet eine Anregung leisten konnte, dann will ich zufrieden sein.17

                                                                       Fortsetzung folgt…